Menschlich gesehen: Der Hufschmied

Man muss das Eisen schmieden, so lange es heiß ist - und dieser Mann weiß auch, warum das so ist. Wolfgang Bruhn ist nämlich Hufschmied, und wenn er sich an die Arbeit macht, wird es nicht nur richtig heiß, sondern auch richtig laut, wenn die Eisen aus dem Feuer geholt und mit einem großen Hammer in Form geklopft werden.

Normalerweise arbeitet der 59-Jährige in seiner Schmiede in Bahrenfeld oder er ist mit seinem Wagen zu den Pferdehöfen in der Region unterwegs. Jetzt allerdings ist sein Arbeitsplatz erst einmal in der Messehalle A2 bei der HansePferd. Hier arbeitet er zusammen mit 30 Schmieden aus ganz Deutschland daran, den Hamburger Michel aus Hufeisen nachzubauen.

In Bruhns Familie hat die Arbeit mit heißen Eisen Tradition: Sein Vater, heute 84 Jahre alt, ist ebenfalls Hufschmied und hat die Schmiede 1958 gegründet. Bruhns 32-jähriger Sohn Stephan hat - wie sollte es anders sein - genau den gleichen Beruf. Bruhns liebt seine Arbeit, wegen der frischen Luft und wegen der Tiere. "Man muss Pferdeversteher, Menschenversteher und ein guter Handwerker sein", sagt er. Deshalb will er wie sein Vater, der heute noch in der Schmiede mitarbeitet, möglichst lange dabeibleiben. Bis die Eisen kalt sind, wird es noch eine ganze Weile dauern.(vlnp)

Quelle: Hamburger Abendblatt - 17. April 2010